Uefa-Pokal: Viertelfinale in MSV-Arena
Der amtierende UEFA-Pokal-Sieger FCR 2001 Duisburg wird sein Viertelfinal-Hinspiel in der UEFA-ChampionsLeague in der MSV-Arena austragen. Das hat der Tabellenzweite der Frauen-Bundesliag heute auf einer Pressekonferenz im Duisburger Rathaus bekanntgegeben.
Ronny Jasinski, der als Finanzvorstand die Verhandlungen für den FCR mit MSV-Präsident Walter Hellmich und der Stadion-Betreibergesellschaft geführt hatte, trat sichtlich erleichtert vor die Presse: „Die Verhandlungen waren nicht einfach, aber wir sind froh, dass der Vertrag nun unterschrieben ist.“ Im Namen des FCR bedankte sich Jasinski bei den MSV-Verantwortlichen: „Wir haben zusammen einen fairen Kompromiss gefunden, um es so allen Duisburgern zu ermöglichen, in einem würdigen Rahmen ein absolutes europäisches Topspiel zu erleben.“
Und dass diese Party (Anpfiff ist am Mittwoch, 10. März, um 19.30 Uhr) ein fußballerischer Leckerbissen wird, daran lässt auch Cheftrainerin Martina Voss-Tecklenburg keinen Zweifel – erst recht nach einer Spielbeobachtung der Arsenal-Elf in London, zusammen mit dem FCR-Vorsitzenden Guido Lutz: „Ich habe selten eine Mannschaft erlebt, die so temporeich spielt, die so energisch nach vorne drängt und die dazu auch noch körperlich so stark ist. Die Mannschaft ist gespickt mit englischen, schottischen und irischen Nationalspielerinnen.“ Für die FCR-Trainerin gibt es deshalb keinen Favoriten in dieser Auseinandersetzung: „Schon die zwei Spiele mit Linköpping waren sportliche Kämpfe auf Augenhöhe – und Arsenal ist auf keinen Fall schwächer als die Schwedinnen.“
„Jeder Fußballfan wird jetzt gebraucht“
Der FCR-Vorstand mit Guido Lutz, Ronny Jasinski und Rainer Zimmermann appellierte deshalb auch jetzt schon eindringlich an die Fußballgemeinde in Duisburg und am Niederrhein. „Wir kommen mit diesem Spiel zurück nach Duisburg in die wunderschöne MSV-Arena – weil wir in dieser Stadt zu Hause sind, aber auch, weil dieser Schritt immer wieder gefordert wurde. Jetzt brauchen wir natürlich auch alle Fans bei diesem Topspiel, bei dem fast ausschließlich Nationalspielerinnen antreten werden.“
Der Kartenvorverkauf wird nach dem Frauen-Länderspiel am 17. Februar in der MSV-Arena (Deutschland – Nordkorea) beginnen – und es wird schon Karten ab zehn Euro geben. Lutz: „Auch das sollt einen weiteren Anreiz für die Fans bieten, unbedingt zu dieser Topbegegnung zu kommen.“
Aktuell ist der sportliche Fokus des FCR 2001 natürlich auf den kommenden Sonntag ausgerichtet: Dann soll nämlich endgültig das Viertelfinale im DFB-Pokal zwischen dem 1.FC Köln und dem FCR angepfiffen werden – und zwar um 14 Uhr im Südstadion(!), Am Vorgebirgstor 2; dorthin hat der DFB das Spiel verlegt, um die Gefahr einer erneuten Absage möglichst zu bannen.
Wenn gespielt wird, verspricht Trainerin Voss-Tecklenburg eine Mannschaft, die brennen wird: „Wir unterschätzen den Gegner sicher nicht. Außerdem werden die Kölnerinnen hoch motiviert sein – schließlich spielen dort einige ehemalige FCR-Kickerinnen, und solche Partien, in denen in einem einzigen Spiel über das Weiterkommen entschieden wird, haben sowieso einen eigenen Charakter.“
Fehlen werden bei den Löwinnen nur Turid Knaak (nach ihrer Krankheit), Luisa Wensing (verhindert) und vielleicht Marina Hegering.
„Harter Kampf in Köln“
Dafür können die Fans der Löwinnen am Sonntag aber Zeugen einer Premiere werden: Kozue Ando, prominenter Winter-Neuzugang, steht auf jeden Fall im Kader und die Trainerin macht ihr auch Hoffnung auf einen Einsatz – dann würde erstmals eine japanische Nationalspielerin für einen deutschen Bundesligisten auf Torejagd gehen!
Die 27-jährige Offensivspielerin wurde am Freitag vor einem ungewöhnlich großen Medienaufgebot der Öffentlichkeit vorgestellt – und glänzte gleich mit einer Begrüßung in deutsch: „Guten Tag, ich freue mich sehr beim FCR spielen zu dürfen“ – da klatschten sogar die Medienvertreter Beifall.
Ando kommt von dem japanischen Vorzeigeclub Urawa Reds Ladies, hat es bisher auf 68 Einsätze in der Nationalmannschaft gebracht – und bereits 90 Tore in ihrer Karriere geschossen.
Trotz vieler attraktiver Angebote hat sich Ando für den FCR entschieden – offenbar aus gutem Grunde: „Das Probetraining im Herbst hier hat mir viel Spaß gemacht und außerdem reizt natürlich die Aufgabe, in gleich drei Wettbewerben spielen zu können.“
Am Sonntag wird sie wohl schon ihre Fähigkeiten beweisen können – und hoffentlich entscheidend zum Weiterkommen des FCR im DFB-Pokal beitragen: Das wäre mal ein Einstand!








