Die ERSTE
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08.04.2012 Grausamer geht es nicht: Löwinnen verpassen Pokalfinale nach großem Kampf und Elfmeterschießen Islacker und Popp treffen zum 2:2 – FFC-Trainer: „Glücklicher Sieg“Duisburg/ Frankfurt (zi-). Welch ein sportliches Drama, welch eine unglückliches Ausscheiden: Nach 120 spannenden Minuten mit vier Toren und weiteren Chancen auf beiden Seiten verlor der FCR 2001 das Pokal-Halbfinale beim 1.FFC Frankfurt mit 6:7 (2:2/1:1) nach torloser Verlängerung und Elfmeterschießen. „Das war wirklich ein glücklicher Sieg“, räumte FFC-Trainer Sven Kahlert hinterher ohne Umschweife ein. Und FCR-Kollege Marco Ketelaer konstatierte genauso klar: „Bei uns ist jetzt nur Enttäuschung; ich kann der Mannschaft überhaupt keinen Vorwurf machen, sie hat alles gegeben und sogar die größeren Torchancen gehabt.“ Unter den 2180 Zuschauern unterstützten übrigens mehr als 200 FCR-Fans ihre Löwinnen, sie waren u.a. mit einem Doppeldeckerbus angereist und sahen, dass Ketelaer auch in diesem wichtigen Ko-Spiel seine Elf in der bewährten Formation spielen ließ; also mit Raute und zwei Stürmern. Neben Mandy Islacker feierte Lieke Martens in der Spitze eine sehr gelungene Premiere beim FCR, weil Kozue Ando nach der langen Länderspielreise zunächst geschont wurde. Für Luisa Wensing verteidigte Linda Bresonik, Gülhiye Cengiz spielte auf der 6er Position und Simone Laudehr kam nach ihrer langen Verletzungspause auf dem linken Flügel zum Einsatz. Man merkte beiden Teams zu Beginn den Respekt voreinander an, die Anfangsphase war sehr verhalten, um so ärgerlicher für den FCR, dass Frankfurt die erste echte Torchance gleich zur Führung nutzen konnte: Eine kleine Unachtsamkeit auf der linken Abwehrseite, ein gedankenschneller Pass von Landström auf Garefrekes, die unhaltbar aus halbrechter Position ins lange Eck einschoss (8.). Danach spielten die Löwinnen durchaus gut mit, die wenigen Strafraumszenen der ersten halben Stunde gehörten aber meist dem 1.FFC, der jetzt dominierte. Gefahr gab es aber nur durch Standards, die allerdings zu nichts Zählbarem führten. Ein wenig kurios insofern, dass der Ausgleich für den FCR ausgerechnet nach einem Freistoß fällt, den Cengiz schnell und präzise ausführt: Islacker nimmt das Zuspiel perfekt an, läuft noch zwei, drei Schritte und schießt dann unhaltbar ein, Millimeter unter die Latte, 1:1, 26.Minute. Doch damit nicht genug: die Löwinnen setzten sofort und energisch nach und schon zwei Minuten später knallt ‚Simon‘ den Ball nach schönem Zuspiel von Popp an die Latte, schade! Die nächsten zehn Minuten gehören jetzt eindeutig den Löwinnen, die ansehnlich kombinieren und in der 36. Minute die nächste große Torchance haben: aber mit Laudehr, Martens und Popp verpassen gleich Spielerinnen im Strafraum die absolut mögliche Führung. Das war dann allerdings die letzte spannende Szene der ersten 45 Minuten, zumal ein letzter Freistoß für Frankfurt nichts einbrachte. Tolles Popp-Tor Im Stadion am Brentanobad erleben die Fans auch nach dem Wechsel ein Spiel mit zwei gleichwertigen Mannschaften und wenigen Großchancen; nach einer knappen Stunde (59.) setzen dann aber die Gästefans schon zum Jubeln an, als Alexandra Popp nach feinem Zuspiel von Jennifer Oster halbrechts im Strafraum frei zum Schuss kommt; doch zum einen hält Desiree Schumann hervorragend, zum anderen zielt ‚Poppi‘ nicht genau genug – ganz anders zehn Minuten später: da erobert sich Duisburgs Spielgestalterin den Ball resolut zentral im Mittelfeld, nimmt Maß und erzielt mit einem sensationellen Schuss aus gut 20 Metern die Führung für den FCR, zu diesem Zeitpunkt völlig verdient. Der erhoffte Siegtreffer ist das aber leider nicht; wieder zehn Minuten später verwandelt Lewandowski nämlich eine Bajramaj-Ecke mit einem vulminanten Kopfball-Kracher zum 2:2. Diesen Ausgleich verdienen sich die Gastgeberinnen sozusagen im Nachhinein; denn in den letzten zehn Minuten ist Frankfurt dominanter, große Möglichkeiten oder gar einen Treffer gibt es bis zum ‚ersten‘ Schlusspfiff nach 93 Minute aber nicht mehr – logische Konsequenz: Verlängerung! Schumann rettet gegen Popp Und genau nach 100 Minuten ist der FCR der Führung ganz nahe: die sehr agile Jennifer Oster flankt einmal mehr in den Strafraum, findet Popp, doch Torfrau Schumann hält den gut platzierten Kopfball sensationell! Erfreulicherweise setzen die Gäste sofort nach, erspielen sich zwei weitere Hochkaräter in der 115. Minute: erst zögert Islacker ein wenig zu lang, so dass Meike Weber noch klären kann - allerdings fordern die Löwinnen mit Trainer Ketelaer vorneweg wohl nicht zu Unrecht, aber ohne Erfolg, einen Strafstoß, nach der wüsten Attacke der Frankfurterin. Es gibt aber nur Ecke, die daraus folgende Chance verzieht Martens mit einem Drehschuss denkbar knapp. In den letzten 15 Minuten bestimmen die Gäste dann deutlich das Spielgeschehen, es springen aber nur ein paar Ecken heraus – also doch Elfmeterschießen! Nach neun Strafstößen steht es wenige Minuten später 4:4, nachdem Anke Preuß den Schuss von Crnogorcevic pariert und alle anderen Schützinnen getroffen hatten; für den FCR Islacker, Martens, Cengiz und Popp: Annike Krahn läuft an, schießt halbhoch in die rechte Ecke – Schumann hält! In der Verlängerung verwandelt dann Bartusiak für Frankfurt und der FCR schickt Bresonik ins Rennen, die eine sehr engagierte, überzeugende Leistung abgeliefert hatte, der es aber leider auch nicht gelingt, Schumann zu überwinden: Grenzloser Jubel bei den Gastgebern, Riesenfrust und Enttäuschung bei den Löwinnen: Grausamer kannst Du nicht aus einem Pokal-Halbfinale ausscheiden! Marco Ketelaer räumte denn auch ein, dass „wir alle jetzt emotional völlig am Boden sind“, blickte in der Pressekonferenz nach dem Spiel aber schon wieder nach vorne: „diese Niederlage tut nun ein paar Tage sehr weh, aber der FCR steht wieder auf und wird weiter um die Plätze eins und zwei in der Bundesliga kämpfen.“ Tröstende Worte, die aber vor allem bei den drei Spielerinnen, die den FCR verlassen werden, verständlicherweise an diesem Ostersonntag kaum Linderung bringen können: Simone Laudehr, Luisa Wensing und Alexandra Popp waren nach diesem wahrlich schmerzlichen Ausscheiden zutiefst betrübt. FCR: Preuß; Bresonik, Krahn, Neboli, Himmighofen; Cengiz; Oster (112. Hauer), Popp, Laudehr (62. Ando); Martens, Islacker.
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