03.05.2012
„Die Bayern werden uns nichts schenken“
Aber Marco Ketelaer ist optimistisch: „Diese Löwinnen sind einfach Klasse!“
 In der vergangenen Woche war 'Alex' Popp mal wieder zu Besuch an ihrem ehemaligen Praktikantenplatz: Auf Einladung der Rheinischen Post diskutierten sie und Linda Bresonik im Delphinarium des Zoo Duisburg mit Auszubildenden über den Beruf der 'Profi'-Fußballerin. - Comedian Thomas Held hat sich unterdessen als Löwinnen-Fan geoutet. Fotos: Andreas Probst/DFB 
Duisburg (zi-). Seit Mittwoch ist der FCR 2001 ‚nur‘ noch Tabellendritter der Frauen-Bundesliga hinter Potsdam und Wolfsburg, doch an der Situation hat sich durch den 2:0-Sieg der Turbinen im Nachholspiel bei Bad Neuenahr nichts geändert – im Gegenteil, wie Trainer Marco Ketelaer betont: „Die Tabelle gibt jetzt die realen Verhältnisse wieder und die zeigen, dass wir uns weiterhin aus eigener Kraft für die ChampionsLeague qualifizieren können.“
Eine großartige Saisonleistung schon jetzt, wie der Löwinnen-Dompteur zu recht formuliert: „Uns hat vor dieser Spielzeit kaum jemand etwas zugetraut, wir selbst haben den vierten Platz als erstes Saisonziel ausgegeben und diese Vorgabe haben wir längst erfüllt.“ Doch auf dieser tollen Zwischenbilanz wollen sich die Löwinnen natürlich nicht ausruhen – Alex Popp, seit Wochen herausragend in Sachen Einsatz und Führungsqualität, gibt die Richtung vor: „Wir haben im Pokal in Frankfurt und in der Meisterschaft in Potsdam gezeigt, dass wir mithalten können. Ich bin ein optimistischer Mensch und fest davon überzeugt, dass wir noch etwas reißen in dieser Saison.“
Oster fällt aus
Und in der Tat, der Tabellendritte lässt diesen Worten Woche für Woche Taten folgen: Optimistische Einstellung, positive Körpersprache und Spaß beim Training – diese wichtigen Parameter lobt der Chefcoach denn auch erneut vor dem Trip nach Bayern: „Es ist sehr bemerkenswert und verdient hohe Anerkennung, wie sich diese quantitativ so kleine Truppe immer wieder aufrappelt, alle personellen Rückschläge wegsteckt und immer wieder absoluten Siegeswillen zeigt. Das ist einfach Klasse!“
Auch aktuell gibt es wieder Betrübliches von der knappen Personalfront: Mit Jennifer Oster fällt nach ihrer Muskelverletzung im Neuenahr-Spiel wieder mal eine Stammspielerin aus und Barbara Müller plagte sich in der Woche ebenfalls mit muskulären Problemen. Egal, die unerschütterliche FCR-Marschroute bleibt auch vor dem drittletzten Spiel der Saison beim FC Bayern dieselbe: „Wir schauen auf jedes Spiel, auf jeden Gegner, werden immer 90 Minuten alles geben und dann sehen wir, was am Ende dabei herauskommt.“
Vor dem Saisonfinale gegen Potsdam und Frankfurt wartet nun also der FC Bayern, mit 21 Punkten lediglich auf dem 7.Platz, aber jenseits aller Abstiegssorgen - also quasi ein leichter Aufgalopp vor den zwei ‚Endspielen‘? ‘Kette‘ glaubt nicht, dass den Löwinnen im Sportpark Aschheim (Anstoß am Sonntag, 14 Uhr) „etwas geschenkt wird. Die Münchner Mannschaft hat eine beachtliche Qualität, die durch die Winterverstärkungen Cross und Hagen noch einmal verbessert wurde. Wie gut das Team ist, hat man gerade in den beiden letzten Spielen gegen unsere nächsten Gegner gesehen; außerdem beweist die Tatsache, dass sich die Bayern für das Pokalfinale qualifiziert haben, dass sie auch aktuell sehr gut in Form sind.“
Comedian Held lobt den FCR
Der FCR-Trainer sieht auch keinerlei Vorteil darin, dass Bayern eine Woche später das Finale spielt und sich vielleicht schonen wird – im Gegenteil: „Das Spiel gegen uns wird für sie zu einer echten Generalprobe, bei der sich jede Spielerin für das Endspiel empfehlen will. Auf diese Faktoren habe ich meine Mannschaft in dieser Woche eindringlich hingewiesen. Vor einer möglichen Unterschätzung des Gegner hilft zudem die Erinnerung an das 3:1 im Hinspiel, als wir den Sieg erst in der letzten Minute endgültig sichern konnten.“
In Sachen Endspiel gibt es für den FCR übrigens noch eine sehr tröstliche Stellungnahme. In einem Interview mit dfb.de hat Thomas Held (Sat.1-Comedyserie "Sechserpack") ein sympathisches Bekenntnis zu den Löwinnen abgegeben. Der prominente Comedian mit österreichischer Staatsbürgerschaft antwortete nämlich auf die Frage nach seinem Lieblingsteam: „Ich bin ja ein bisschen ein Ruhrpott-Fan. Ich will jetzt nicht sagen, dass ich es schade finde, dass der FCR Duisburg es nicht geschafft hat ins Finale - war übrigens ein sehr spannendes Spiel im Halbfinale gegen Frankfurt -, aber ich bin schon ein heimlicher Duisburg-Freund. Frankfurt ist jetzt nicht unbedingt mein Klub, aber bei ihnen finde ich Torfrau Desirée Schumann richtig gut, die ja zwei Elfmeter gehalten hat gegen Duisburg. Die hat einfach einen geilen Job gemacht in dem Spiel.“
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