DFB-Pokal
DFB-Pokal 2009: Vom Freilos zum Pokalsieger
Am Anfang des DFB-Pokals 2008/2009 stand für die Mannschaft des FCR 2001 Duisburg in der ersten Hauptrunde ein Freilos. Am Ende triumphierten die Duisburgerinnen im Berliner Olympiastadion über den späteren Deutschen Meister 1. FFC Turbine Potsdam mit 7:0 Toren. Die Spielerinnen feierten diesen ersten Pokaltriumph des FCR Duisburg nach 1998 zusammen mit den Fans im Charlottenburger Ratskeller.
In der zweiten Hauptrunde hatte der FCR zwar kein Freilos, doch hatte die Mannschaft mit dem Auswärtsgegner Werder Bremen Mitte Oktober doch leichtes Spiel. Im Schatten des Weserstadions besiegten die Löwinnen die Bremerinnen sehr deutlich mit 10:1. Damit stand die Mannschaft im Achtelfinale des nationalen Pokals, das am 9. November 2008 ausgetragen werden sollte.
Gleichzeitig aber hatten die Löwinnen auch schon das Viertelfinale des Uefa-Cups erreicht. Die Spiele gegen den 1. FFC Frankfurt waren angesetzt für den 5. und 12. November. Deshalb wurde das Pokalspiel gegen den Hamburger SV auf Anfang Dezember verschoben. Gerade noch rechtzeitig vor den Viertelfinalbegegnungen am 21. Dezember 2008.
Der HSV hatte sich erst im Elfmeterschießen gegen Zweitligist Bayer 04 Leverkusen durchzusetzen vermocht. Ein vermeintlich leichtes Spiel gegen einen Ligakonkurrenten, der im Bundesligaspiel im September einen Vier-Tore-Rückstand beinahe noch ausgeglichen hätte. Die Löwinnen waren gewarnt. Im Pokal allerdings ließen sie nichts anbrennen und zogen verdient mit einem 5:0-Sieg ins Viertelfinale ein.
Übrigens wieder ein Auswärtsspiel. Diesmal kurz vor Weihnachten gegen den FC Bayern München. Nur elf Tage nach dem Hamburgspiel war das Ziel klar. Der FCR will weiter auf allen drei Hochzeiten tanzen: Meisterschaft, Pokal und Uefa-Cup. Den Führungstreffer der Bayern aus der 35. Spielminute glich Turid Knaak in der 80. Minute aus. Bis dahin hatte es ausgesehen, als solle der erste Titeltraum beerdigt werden können.
Jetzt aber war zunächst zumindest die Verlängerung erreicht. In der gelang aber keinem der beiden Teams ein Tor, so dass die Entscheidung schließlich im Elfmeterschießen fallen musste. Als erstes zeigte Behringer vom FC Bayern Nerven und verwandelte ihren Elfmeter nicht. Jetzt lag der FCR im Elfer-Krimi vorne. Aber auch die Nerven Alexandra Popps flatterten. Sie verschießt den vierten Elfmeter. Auch nachdem alle fünf Elfmeter geschossen waren, stand es immer noch unentschieden. Wessen Nerven würden länger halten? Wer würde kaltschnäuziger sein?
Die Nerven der FC-Spielerin Rudelic hielten nicht. Sie verschoss den sechsten Elfmeter ihrer Mannschaft. Jetzt hatte Turid Knaak den Einzug ins Halbfinale auf den Füßen. Und sie war kaltschnäuzig genug den Ball im Netz unterzubringen, nachdem sie schon mit ihrem Ausgleichstreffer dafür gesorgt hatte, dass der FCR überhaupt noch im Spiel war.
Feiertage sind für Pokalspiele scheint’s gut geeignet. Das Halbfinale gegen den VfL Wolfsburg fand am Ostersamstag 2009 statt. Übrigens das erste Heimspiel der Löwinnen in dieser Pokalsaison. So kamen zahlreiche Fans ins PCC-Stadion, um den Einzug ins Finale zu feiern. Denn dass der FCR die Pokalträume der Wolfsburgerinnen zunichte machen würde, stand für alle Beteiligten fest – außer vielleicht für den Gegner.
Den Führungstreffer von Femke Maes in der 22. Spielminute glich der VfL Wolfsburg schon zwei Minuten später aus. Wider Erwarten schien doch eine Pokalsensation möglich, denn die Löwinnen trafen trotz zahlreicher Chancen das Tor einfach nicht. Erst in der 70. Minute brachte Marina Hegering den FCR mit einem herrlichen Fernschuss endlich wieder in Führung. In der 90. Minute war es wiederum Femke Maes, die dem Zittern ein Ende machte und den Ball zum 3:1-Endstand im Netz unterbrachte.
„Wir fahren nach Berlin“, sangen nun die Fans. Und machten ihr Versprechen am 30. Mai 2009 auch wahr. Sie begleiteten die Mannschaft sehr zahlreich zum letzten Pokalendspiel im Berliner Olympiastadion. Die Löwinnen deklassierten die Potsdamerinnen mit 7:0 geradezu. Dabei deutete in der ersten Halbzeit nichts auf diesen deutlichen Sieg hin. Zwar führten die Duisburgerinnen nach 45. Minute durch die Tore von Lira Bajramaj (28. Minute) und Annemieke Kiesel (38. Minute), doch hatte Potsdam mehr als genug eigene Chancen. Allerdings ließen die Brandenburgerinnen entweder die Chancen ungenutzt oder das Glück war den Löwinnen mehr als hold.
Im Grunde reichten knappe zehn Minute in der zweiten Halbzeit für den Titelgewinn durch Duisburg. In der 47. Minute war es wieder Annemieke Kiesel, die durch ihren zweiten Treffer das Tor zum Sieg für den FCR Duisburg sehr weit öffnete. Nur drei Minuten später machte Femke Maes mit ihrem Treffer eigentlich alles klar. Das 5:0 durch Mannschaftskapitänin Inka Grings in der 54. Minute ließ dann die letzten Hoffnungen der „Turbinen“ platzen. Die Treffer sechs – noch einmal Inka Grings in der 86. Minute – und sieben – Alexandra Popp in der Schlussminute – verdeutlichten die Überlegenheit des FCR an diesem Pokalsamstag über den späteren Deutschen Meister noch einmal.







