Historie
Neuer Name, neuer Hauptsponsor und neu an alte Erfolge anknüpfen. Das waren die Vorzeichen, als am 8. Juni 2001 der FCR 2001 Duisburg mit der Verabschiedung der Vereinssatzung vom Stapel lief. Nach der Abspaltung vom Gesamtverein setzte der nunmehr selbstständige Frauenfußball-Verein aus Rumeln-Kaldenhausen (das ist ein Stadtteil von Duisburg) fortan auf professionelle Strukturen.
Neben dem Vorstand wurde ein neues Organ eingeführt: ein von Schuhfabrikant Knut Baak geführter Aufsichtsrat, dazu Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung. Den Verantwortlichen gelang auf Initiative von Baak sogleich ein großer Coup: Mit der Stadtsparkasse Duisburg wurde ein Trikotsponsor gefunden, der für die laufende Spielzeit 500.000 Mark (255.645,94 Euro) bereit stellt und auch über die einjährige Zusammenarbeit hinaus an ein weiteres Engagement interessiert ist. Mit dieser Summe im Rücken gingen die Verantwortlichen daran, weitere Sponsoren zu akquirieren. Innerhalb eines halben Jahres kamen so weitere 100.000 Mark zusammen, hinzu kommen etwa 150.000 Mark Sachsponsoring. “Große Sprünge können wir trotz alledem nicht machen, aber eine sinnvolle Arbeit ist schon möglich”, sagt Sportvorstand Dieter Oster.
Das mittelfristige Ziel heißt Meisterschaft, wobei der Verein stolz ist auf ein Kompliment von Bundestrainerin Tina Theune-Meyer, die unlängst auf einer Trainertagung das Sport-Modell (Team-Coaching, kompletter Unterbau einschließlich Jugendteams) mit “sehr vorbildlich” belobigte. So heißt das mittelfristige Team Meisterschaft, kurz- und mittelfristig will der FCR 2001 vermehrt auf den eigenen Nachwuchs setzen, denn trotz der eingangs genannten Unterstützung ist und bleibt das Geld beim FCR 2001 knapp.
Den Titel holten die Frauen schon einmal nach Duisburg: im Frühjahr 2000. Es war ein Triumph ohnegleichen. Nach 22 Spielen lag der FCR mit sagenhaften 60 Punkten ganze 15 Zähler vor dem 1. FFC Frankfurt. Neben der Meisterschaft wurde auch noch die DFB-Hallencup-Trophäe errungen. Der Bundesliga gehören die Duisburgerin seit der Saison 1993/94 an. Mit kontinuierlichen Verstärkungen schaffte es der Verein 1995 bis in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Sicherlich ein Höhepunkt für den Frauenfußball war der 8. Juni 1997, als in Duisburg 5000 (!) Zuschauer zugegen waren, um das Endspiel ihres FCR gegen Grün-Weiß Brauweiler zu erleben. Dass die Gäste im Elfmeterschießen obsiegten, schien die FCR 01-Frauen dermaßen angespornt zu haben, dass sie im nächsten Jahr einen Pokal-Durchmarsch der Extraklasse hinlegten und in einem Berliner Sensationsfinale den FSV Frankfurt mit 6:2 vom Platz fegten.
Nach einem erneuten und herben Aderlass am Ende der Saison 2000/01 galt es zuerst einmal, die Abwehr zu stabilisieren. Nationalspielerin Melanie Hoffmann rückte ins Mittelfeld, wo sie nach dem Weggang von Sandra Smisek zum FSV Frankfurt nicht nur die Zügel in die Hand nahm, sondern in den ersten Spielen auch als sechsfache Torschützin für einen guten Start sorgte.
Doch nicht nur Sonnenschein herrschte beim FCR 2001, waren doch von Beginn an immer mit sechs, sieben verletzten Stammspielerinnen zu tun. Besonders schmerzen die Ausfälle von Martina Voss (125 Länderspiele), Rekord-Torjägerin Inka Grings (38 Tore 1999/00), Bianca Herzog und Sabrina Duhme.
Um guten Frauenfußball in Duisburg braucht sich in Duisburg niemand Sorgen zu machen, denn mit den professionellen Strukturen, die der Aufsichtsratsvorsitzende Knut Baak, der Vorstandsvorsitzende Ferdi Seidelt und der Sportvorstand Dieter Oster Zug um Zug realisieren wollen, stimmen die Rahmenbedingungen, in denen die bereits beschriebene Bundesliga- und Nachwuchsarbeit sehr wohl neue Ehre für den Duisburger Sport einlegen kann. Das schließlich wird speziell Oberbürgermeisterin Bärbel Zieling gerne vernehmen, ist sie doch seit langem die beste Freundin des Rumelner Frauenfußballs.







